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Die Laube rockt

© Jan DfelsiekObermarsberg, an einem Abend im März. Die erzblatt-Redaktion steht im Garten eines Einfamilienhauses. Der Blick fällt über das Tal hinweg auf die Obermarsberger Stiftskirche – und auf eine kleine Laube am Ende des Gartens, die man im Dämmerlicht mehr hört als sieht. Denn aus dem Innern dringt laute Musik. Es ist der Proberaum der Indie-Rock-Band „Bad Moon“, der mit Bernhard Schrader und Jörg Willerscheidt gleich zwei Mitarbeiter aus dem Erzbistum angehören. Bernhard Schrader ist Dekanatsreferent für Jugend und Familie im Dekanat Hochsauerland-Ost, Jörg Willerscheidt Gemeindereferent und Tourismusseelsorger im Pastoralen Raum Winterberg.

„Große Verstärker sind hier nicht möglich, sonst würde uns alles um die Ohren fliegen“, sagt Jörg Willerscheidt, zu dessen Elternhaus der Garten mitsamt Laube gehört. „Die Nachbarn bekommen die Proben natürlich mit. Einer kommt auch schon mal vorbei, aber nicht, weil er sich beschweren will, sondern weil er selbst Schlagzeuger ist und uns Tipps gibt, wie wir es besser machen können.“

Das Häuschen ist schon seit 25 Jahren ein Proberaum – für verschiedene Bands. Bad Moon existiert erst seit anderthalb Jahren. Neben Jörg Willerscheidt (Gesang) und Bernhard Schrader (Bass) gehören auch Jens Munzert (Schlagzeug) und Andreas Brychcy (Gitarre) dazu – die vier kennen sich seit vielen Jahren, einige von ihnen ein ganzes Leben. Als „Noise-Folk-Musik“ bezeichnen die vier die Musik, die sie spielen. Die Songs sind selbst geschrieben, ihre Entstehung ist ein Prozess: Die Texte stammen von Willerscheidt, mit Schrader und Brychcy entsteht dann eine erste Musikskizze. Fertig werden die Songs dann erst im Verlauf der Proben.

Die vier blicken jetzt gespannt auf den 1. April. Dann erscheint ihre Platte mit dem Titel „She sings love songs while our cities burn“ – ganz stilecht auf Vinyl. Für die vier ist das ein Statement zur handgemachten Musik. Dass es für Vinyl-Platten inzwischen wieder eine Szene gibt, hilft natürlich. Und welches Ziel verfolgen die vier mit ihrem Bandprojekt? „Natürlich reich und berühmt zu werden“, sagt Willerscheidt mit todernster Miene. Tatsächlich geht es der Band einfach darum, Musik zu machen, die Spaß macht. Und auch vor jungen Leuten live zu spielen – darauf haben „die vier Jungs mittleren Alters“, wie sie sich selbst beschreiben, riesige Lust.

www.badmoonofficial.de

Artikel aus "erzblatt Nr. 2/2019"